Die Fischerei

Seit über sieben Jahrzehnten ist die Fischerei Gumberger bereits Garant für beste Fischqualität. Wie sich das Familienunternehmen im Laufe von über 70 Jahren weiterentwickelt und vergrößert hat, können Interessierte nachfolgend in unserer kleinen Betriebsgeschichte nachlesen:

Die ersten Jahre

Die Großeltern des heutigen Geschäftsführers, Johann Gumberger (1902 – 1980) und Ursula Gumberger (1903 – 1978) heirateten 1938 und erwarben das heutige Anwesen. Wie Generationen zuvor ernährte der Bauer, Fischermeister und Müllermeister Johann Gumberger seine Familie überwiegend von dem was seine Felder hervorbrachten, das Fleisch kam aus der kleinen vielseitigen landwirtschaftlichen Viehhaltung. Die Familie war, wie in dieser Zeit auf dem Land üblich, weitestgehend Selbstversorger.

Wenig Bares kam aus dem Verkauf des Überschusses aus der Landwirtschaft. Einnahmen kamen vorrangig aus dem Nebenerwerb als Mühlenbesitzer. Der zweite Nebenerwerb, als Fischermeister, war zu dieser Zeit noch wenig geschätzt. Flussfisch als Nahrungsmittel, war nur an den großen Fasttagen von Bedeutung. Die Fischereirechte, die die Familie bereits seit dem 18ten Jahrhundert besaß, wurden dennoch stets beibehalten und fortgeführt. Mit dieser wirtschaftlichen Vielfalt brachte der Hof die Familie gut über die Kriegsjahre. Die eigene Wasserfläche in der Sempt wurde zur Wasserkraftgewinnung, sowie für Fischereizwecke genutzt. Bereits in den Dreißiger Jahren wurden die neu erbauten Werksanlagen (Werkskanal und Stausee) als Pachtfläche zur Bewirtschaftung erworben. Isar, Amper, Mühlbach usw. kamen im Laufe der Zeit als Pachtflächen dazu.

Bereits in den Fünfziger Jahren konnten Johann und Ursula Gumberger mit den Kindern Johann *1939 und Joseph *1941 die Arbeiten dieser verschiedenen Wirtschaftszweige nicht mehr bewerkstelligen. Knecht und Magd halfen der Familie. Die sich rasch entwickelnden Großmühlen nahmen der Weissmühle die Grundlage. Neue Investitionen im Mühlenalltag waren sinnlos, da dies nun ein sterbender Berufszweig war. Immer mehr landwirtschaftliche Maschinen machten die Dienstboten überflüssig. Mit gelegentlichen Tagwerkern wirtschaftete die Familie nun wieder alleine.

Gründer

Johann & Ursula Gumberger

Erste Verkäufe

Die gefangenen Fische wurden in diesen Jahren der Moosburger Stadtbevölkerung zum Kauf angeboten. Ab 1950 wurde der Flussfisch als gebackene Spezialität auf der Herbstschau in Moosburg verkauft. Einige Jahre später kam das Moosburger Frühlingsfest hinzu. In den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs war dies eine gute Einnahmequelle. Auch der leckere Steckerlfisch war nun in dieser Gegend schon bekannt.

Außerdem benötigten zudem, auf der einen Seite, die Fischhändler des Münchner Viktualienmarkts dringend Ware um den Kundenbedürfnissen gerecht zu werden. Auf der anderen Seite wurden nun auch die Fischer von Landshut auf den Betrieb aufmerksam. Mit dem Großhandel hatte die Fischerei den ersten Aufschwung. Während die Männer immer mehr mit der Flussfischerei zu tun hatten, erledigte Ursula Gumberger mit Ihrer Schwiegertochter Maria *1939 eingeheiratet 1961 gemeinsam die Arbeiten in Haus und Stall. Im Zuge der gesamten wirtschaftlichen Entwicklung wurde es auch für diese kleine Landwirtschaft immer schwieriger. Die Stadtbevölkerung hatte die Forelle als Speisefisch entdeckt.

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Erste Ladenfläche, Erweiterung der Fischerei

In den Jahren von 1964 bis 1979 unterhielt die Familie einen kleinen Laden in Moosburg, der zweimal wöchentlich geöffnet war. Hier war vor allem Maria Gumberger tätig. Das Interesse an den grätenreichen Flussfischen als Speisefisch ging zurück. Der Zukauf von Forellen wurde nötig. Als Johann *1939 und Maria *1939, die Eltern des heutigen Betriebsinhabers 1970 das Anwesen übernahmen, musste also rasch ein neuer Weg gefunden werden, um weiterhin selbständig bleiben zu können.

Den Blick nach vorne gerichtet arbeiteten die Generationen gemeinsam weiter. Die bereits vorhandenen, unbefestigten Tümpel wurden ausgebaut. Die Bewässerung wurde von dem vorhandenen Bachwasser auf Grundwasser umgestellt. Eine kleine Forellenzucht mit dem Verkauf von Setzlingen ermöglichte nun der Familie weiterhin die Selbständigkeit. Auch der private Fischverkauf wurde etwas ausgebaut. Die Mühle war seit Jahren stillgelegt. Im ehemaligen Mühlengebäude war nun ein kleiner Verkaufraum entstanden und die primitive Verkaufsfläche im Freien wurde entfernt. Auch erste Räucherwaren fanden ihren Absatz. Die Kunden aus dieser Zeit sind uns heute noch treu. In dieser einfachen Räumlichkeit, welche wir stets nach Bedarf nutzten, waren wir immer bemüht für unsere Kundschaft das Beste zu ermöglichen. Die Bereitschaft auch jederzeit schlachtfrischen Fisch zu verkaufen, brachte uns immer mehr „ private Griller“. Das Interesse an Räucherfisch war nach wie vor gering.

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Fischbraterei

1978 wurde für die Landshuter Volksfeste ein neuer Fischbrater gesucht. Wir nutzten die Gelegenheit zu einer Bewerbung. Wir bekamen die Chance uns hier zu beweisen. Ein neuer Verkaufwagen musste her und wir standen erstmals in der Bartlmädult 1978 auf diesem Volksfestplatz. Auch für die folgende Frühjahrsdult bekamen wir die Möglichkeit mit unserer Fischbraterei. Nun sind wir schon seit 30 Jahren auf diesem Platz. Eine lange Zeit mit treuer Stammkundschaft. In diesen Jahren wurde der Stand mehrmals verändert bzw. erweitert/vergrößert.

Auch das Wartenberger Volksfest hat seit 1983 seinen festen Termin im Jahresgeschehen. Die Besucher der traditionelle Landshuter Hochzeit durften wir ebenfalls in den vergangenen Jahrzehnten mit unseren bekannten Steckerlfischen verwöhnen. Viele Genießer des Landshuter Altstadtfestes wissen diese Spezialität jährlich zu schätzen. Die leckere kalorienarme Räucherforelle hatte endlich Ihren Platz gefunden. Seit 1993 sind wir wöchentlich auf dem Bauernmarkt in der Biller Veranstaltungshalle zu finden.

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Neue Ladenfläche

Aus Altersgründen hatten sich die Großeltern in den vergangenen Jahren bereits mehr und mehr zurückgezogen. Die Tochter Maria *1962 war zu der Zeit in Ausbildung und somit nicht jederzeit für den Betrieb verfügbar; der Sohn und jetzige Geschäftsinhaber Johannes Gumberger *1970 war noch schulpflichtig. Da die geschäftliche Entwicklung positive Auswirkungen hatte wurde 1979 ein Lehrling, zur Unterstützung, für die täglichen Arbeiten eingestellt. Immer vorausschauend beobachtete man auch weiterhin die Entwicklung. Es war nun der Einzelhandel der mehr und mehr gefördert werden musste. Langsam stieg das Ernährungsbewusstsein und somit der regelmäßige Fischkonsum. Das Sortiment musste erweitert werden, da die Nachfrage an Seefisch und Räucherfisch immer größer wurde.

Wie konnte man nun diese Ware besser vermarkten? Ein neuer Laden musste her. Da die Viehhaltung nun schon seit Jahren nicht mehr vorhanden war, wurde 1986 der frühere Stall bis auf die Grundmauern abgerissen. Hier bot sich jetzt die Möglichkeit ein Fischeinzelhandelsgeschäft zu errichten um die Absatzmöglichkeiten zu erhöhen. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Betrieb immer von Lehrlingen begleitet. Alle Familienangehörigen waren jetzt jederzeit bereit für den Betrieb, den Laden und vor allem für den Kunden da zu sein. Auf diese Weise konnte der Kundenstamm ausgebaut werden.

Da sich die Gemeinde, das Umland und das Einkaufsverhalten seit den Neunziger Jahren sehr geändert hatten, musste sich auch das Geschäft wieder weiterentwickeln. Grundlegende Gedanken waren:

  • Erweiterung des Sortiments (mehr Filetauswahl, ein größeres Räucherfischsortiment, Plattenservice, Salate und Marinaden)
  • Erweiterung des Verkaufsraums (neue Theken um die Waren besser und ansprechender präsentieren zu können; neue, größere Kühlungen, Gefrierräume, Räucheranlagen, neuer Raum für Friteusen und Arbeitsflächen zum Plattenlegen)

1998 wurde der Laden, so wie ihn viele Kunden kennen, verwirklicht. Dabei war das überaus freundliche und zuvorkommende Personal der geschäftlichen Entwicklung sehr förderlich.

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Heute und in Zukunft

Seit 2001 führt nun Johannes Gumberger das Familienunternehmen. Wieder sind alle Generationen der Familie verbunden und dabei stets bemüht, eine Weiterentwicklung zu ermöglichen. Seit 2005 beliefert unser freundliches Team mit einem sehr gut ausgestatteten professionellen Verkaufanhänger den Vilsbiburger Wochenmarkt mit unserer Ware. Personelle Erweiterungen im Vollzeit- und Teilzeitbereich fördern neue Absatzmöglichkeiten. Weitere Personalaufstockungen ermöglichten es den Eltern, sich langsam aus dem Arbeitsleben zurück zu ziehen. Johann und Maria Gumberger sind auch weiterhin große Hilfen. Sie springen zu jeder Tages- und Nachtzeit ein, gern helfen Sie in allen Situationen und Nöten. Die Seniorchefin und der Seniorchef übernehmen, nach wie vor, viele wichtige Arbeiten im Hintergrund.

Wieder sind gegenseitige Achtung, Erfahrung, Ratschläge, Neuerungen und Informationsaustausch wichtig. Eine engagierte Schwiegertochter kommt 2007 und übernimmt viele planungstechnische Belastungen der Seniorin. Die neue Chefin passt seit Jahren super ins Team und ist für jegliche Arbeit motiviert. Schon wieder ist der Blick in die Zukunft gerichtet.

2008 wird wieder ein größerer Umbau nötig. Diesmal betrifft der Umbau die Außenanlagen. Weiher und Wasserversorgung müssen optimiert werden. Eine bessere Nutzung und Auslastung der Anlage ist wichtig um den Bedürfnissen der Kunden weiterhin gerecht werden zu können. Seit Jahren setzen sich Johannes und seine Ehefrau Johanna mit der Fortführung des Betriebes auseinander. Die weitere Entwicklung soll wieder einmal in der Erfahrung der Alten, dem Mut der Jungen und dem gemeinsamen Weitblick liegen. Ein weiteres Mal ist  das Zusammenwirken der Generationen, das gemeinsame Streben nach vorne gefordert um das Ziel zu erreichen.

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